Diese historische Fotografie zeigt eine monumentale und ungemein kraftvolle Landschaftsansicht aus Japan aus der Meiji-Zeit, aufgenommen als originaler und auf Karton aufgezogener Albuminabzug. Das angewendete Albuminverfahren war die dominierende fotochemische Technik jener Ära bei der Hühnereiweiß genutzt wurde, um die lichtempfindlichen Silbersalze auf dem Papier zu binden.
Das Motiv im Hochformat dokumentiert die berühmten Kegon-Fälle in Nikko welche als einer der 3 höchsten und imposantesten Wasserfälle Japans gelten und dem nahegelegenen Chuzenji-See entspringen. Die Aufnahme fängt die gewaltigen Wassermassen ein, die sich tief in die bewaldete Schlucht stürzen und wird durch die Kolorierung der umgebenden Felsen und Bäume zu einem echten Kunstwerk. Da die genaue Urheberschaft mangels einer Signatur offiziell als unbekannt gilt, wird das Stück den führenden kommerziellen Fotostudios der Yokohama-Schule zugeordnet, die diese Naturwunder für den westlichen Markt festhielten. Das absolute Highlight dieses im Querformat komponierten Kunstwerks ist die aufwändige Handkolorierung. Japan war weltweit absolut führend in dieser präzisen Handkolorierungstechnik, um den Eindruck einer lebensechten Farbaufnahme zu erzeugen.
Entstanden ist dieses spektakuläre Dokument im Zeitraum um 1880 bis 1895. Die antike Rarität besitzt die Fotografie-Maße von 26,5 x 20,5 cm montiert auf einem 27,9 x 21,8 cm großen Originalkarton und befindet sich in einem guten altersgemäßen Zustand mit einer gleichmäßigen leichten Tönung. Es zeigt eine lagerungsbedingte Welligkeit des Kartons, teilweise etwas vergilbte Kartonränder, eine leicht verblasste Bildoberfläche sowie am unteren Rand im Fotonegativ die weiße Originalbeschriftung: 751 KEGON Nikkō.