Diese historische Fotografie zeigt eine ethnografisch und kunsthistorisch bedeutende Studioinszenierung aus Nordafrika betitelt mit „Femme fellah et son enfant“, aufgenommen als originaler Albuminabzug. Das angewendete Albuminverfahren war die dominierende fotochemische Technik jener Ära bei der Hühnereiweiß genutzt wurde, um die lichtempfindlichen Silbersalze auf dem Papier zu binden was den Aufnahmen ihren charakteristischen warmen Sepiaton eine sanfte glänzende Oberfläche und eine hohe Detailschärfe verlieh. Das im Hochformat komponierte Motiv dokumentiert eine Mutter mit ihrem schlafenden Kind in einer klassischen orientalistischen Pose. Die dargestellte Frau ist mit traditionellem Schmuck der Region darunter großen Ohrringen und einem markanten Nasenring geschmückt während das Kind sie umarmt. Die Bildkomposition mit der angewinkelten Hand am Kopf dem direkten Blick in die Kamera und einer freigelegten Brust wurde vom Fotostudio gezielt arrangiert, um den damaligen ästhetischen Vorlieben europäischer Abnehmer zu entsprechen.
Die Urheberschaft ist einem bislang unbekannten Fotografen oder Studio zuzuschreiben das dieses geschichtsträchtige Dokument im späten 19. Jahrhundert schätzungsweise in Ägypten anfertigte. Auf der rechten Seite des Abzugs befindet sich eine originale Prägung mit Buchstabenkombinationen wie T & M sowie weiteren Schriftzeichen die auf eine zeitgenössische Sammlung und auf einen Verlags oder Archivstempel des damaligen Herausgebers verweisen. Aus geschichtlicher Sicht ist dieses originale Albuminfoto von hohem Wert da es die visuelle Kultur des Orientalismus und die europäische Wahrnehmung Nordafrikas in jener Epoche als authentisches visuelles Primärdokument konserviert.
Das historische Sammlerstück liegt als loses Blatt vor weist die originalen Abmessungen von 28,2 x 22,2 cm auf und besitzt einen guten altersgemäßen Zustand mit einer charakteristischen leichten Tönung. Am unteren Rand befindet sich im Fotonegativ der weiße Originaltext „1540 - Femme fellah et son enfant“.