Produktbeschreibung
Diese historische Fotografie zeigt eine kulturhistorisch überaus faszinierende Tempelszenerie aus Japan aus der Meiji-Zeit, aufgenommen als originaler und auf Karton aufgezogener Albuminabzug. Das angewendete Albuminverfahren war die dominierende fotochemische Technik jener Ära bei der Hühnereiweiß genutzt wurde, um die lichtempfindlichen Silbersalze auf dem Papier zu binden.
Das Motiv dokumentiert den imposanten Torii-Eingang zum geschichtsträchtigen Suwa-Schrein in Nagasaki, welcher in westlichen Reisealben jener Epoche oft unter dem Namen Oswa Temple vermerkt wurde. Im Zentrum der Komposition steht als visueller Blickfang eine traditionell gekleidete japanische Frau die einen markanten, roten japanischen Papierschirm namens Wagasa hält um den westlichen Touristen das klassische, exotische Bild des Fernen Ostens zu vermitteln, während auf der rechten Seite einige Besucher auf dem Gelände zu sehen sind die aufgrund der langen Belichtungszeit der damaligen Kameras verschwommen wirken. Da die genaue Urheberschaft mangels einer Künstlersignatur offiziell als unbekannt gilt, wird das Stück den großen kommerziellen Studios der Yokohama-Schule zugeordnet. Das absolute Highlight dieses im Querformat komponierten Kunstwerks ist die aufwändige Handkolorierung. Japan war weltweit absolut führend in dieser präzisen Handkolorierungstechnik, um den Eindruck einer lebensechten Farbaufnahme zu erzeugen.
Entstanden ist dieses spektakuläre Dokument in den 1880er Jahren. Die antike Rarität besitzt die Fotografie-Maße von 25,7 x 19,7 cm montiert auf einem 27,3 x 21,4 cm großen Originalkarton und befindet sich in einem guten altersgemäßen Zustand mit einer gleichmäßigen leichten Tönung. Es zeigt eine lagerungsbedingte Welligkeit des Kartons, teilweise etwas vergilbte Kartonränder, eine leicht verblasste Bildoberfläche sowie am unteren linken Rand im Fotonegativ die weiße Originalbeschriftung 219 OSWA TEMPLE.