Diese historische Fotografie zeigt eine ethnografisch unschätzbar wertvolle, seltene und faszinierende Porträtaufnahme mit dem originalen Titel „Femme de Thèbes“, aufgenommen als originaler und auf Karton aufgezogener Albuminabzug. Das angewendete Albuminverfahren war die dominierende fotochemische Technik jener Ära bei der Hühnereiweiß genutzt wurde, um die lichtempfindlichen Silbersalze auf dem Papier zu binden was den Aufnahmen ihren charakteristischen warmen Sepiaton eine sanfte glänzende Oberfläche und eine hohe Detailschärfe verlieh.
Das im Hochformat kunstvoll arrangierte Motiv dokumentiert eine sitzende Ägypterin inmitten von traditionellen Tonkrügen geschmückt mit feinem Münzschmuck an den Armen sowie einem aufwändig gearbeiteten Halsschmuck. Die Darstellung spiegelt eine für das späte 19. Jahrhundert typische, romantisierte Studioinszenierung wider, welche ganz gezielt die europäischen Vorstellungen des orientalischen Lebensraums bediente und die historische Stadt Theben in Oberägypten, im Gebiet des heutigen Luxor, als Projektionsfläche nutzte.
Die Urheberschaft ist durch die originale weiße Signatur im Fotonegativ zweifelsfrei dem berühmten französischen Pionier-Fotografen Hippolyte Arnoux zuzuschreiben, dessen Atelier im ägyptischen Port Said für erstklassige ethnografische Serien bekannt war. Entstanden ist dieses kulturhistorisch bedeutende Sammlerstück um das Jahr 1880. Die Rarität besitzt die Fotografie-Maße von 28,2 x 22,1 cm montiert auf einem 31,5 x 25,5 cm großen Originalkarton und befindet sich in einem guten altersgemäßen Zustand mit einer schönen gleichmäßigen leichten Tönung. Es zeigt kleine leichte Falten an den Rändern und Ecken einen feinen Einriss mit minimalem Papierverlust am rechten Bildrand einen auf der Rückseite sichtbaren größeren Kartonriss ohne Beschädigung der Bildfläche sowie einen historischen Händleraufkleber mit einem Barcode.