Westafrika, mutmaßlich frühes zwanzigstes Jahrhundert (um 1900), handgefertigtes Terrakottagefäß (Schöpfgefäß; dunkel/schwarz gebrannt). Dieses authentische Ritualgefäß zeichnet sich durch seine tiefe, halbrunde Form und einen massiven Korbbügel-Henkel aus. Solche Gefäßtypen mit Henkel waren in West- und Zentralafrika essentiell und wurden zum rituellen Schöpfen und Servieren von Flüssigkeiten verwendet. Der Henkel ermöglicht das sichere Tragen und Handhaben während der Zeremonien. Besonders hervorzuheben ist, dass das Gefäß vollständig umlaufend verzierte ist. Die feine Ornamentik erstreckt sich über den gesamten Korpus bis hin zur Unterseite.
Expertenmeinungen tendieren aufgrund der spezifischen Roulett-Ornamentik (eingeprägte, wellenförmige Linienbänder) zur Lobi-Kultur (Burkina Faso). Dennoch wird eine alternative Herkunft aus der Demokratischen Republik Kongo (z. B. Sengele) nicht ausgeschlossen.
Das Gefäß befindet sich in einem dem Alter entsprechenden Originalzustand mit Gebrauchs- und Altersspuren. Es weist einige Fehlstellen am Rand sowie ein charakteristisches Loch im Korpus auf. Diese Merkmale untermauern die authentische Nutzung im rituellen oder häuslichen Kontext über viele Jahrzehnte hinweg. Maße: ca. 23,5 x 18 x 14,5 cm